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Nach drei Monaten weiss man, ob die Zusammenarbeit trägt. Warum wir diesen Ausstiegspunkt fix eingebaut haben, obwohl er uns Mandate kosten kann.

Der Jahresvertrag ist bequem, aber falsch

Traditionell laufen Beratungsmandate über zwölf Monate. Das gibt beiden Seiten Planungssicherheit, die Beratungsseite kann investieren (Setup, Recherche, Onboarding), der Kunde kommt in einen Prozess. Klingt vernünftig.

Der Nebeneffekt: nach dem dritten Monat weiss man meist schon, ob die Zusammenarbeit funktioniert. Chemie stimmt oder nicht, Erwartungen sind realistisch oder nicht, die ersten Ergebnisse sind da oder nicht. Aber der Vertrag läuft noch neun Monate. Beide Seiten arbeiten weiter, weil sie müssen. Die Motivation ist raus, die Rechnung läuft.

Wir haben einen Ausstiegspunkt eingebaut

Nach zwölf Wochen ist ein automatischer Prüfpunkt. Wir setzen uns hin, gehen die Zahlen durch, sprechen ehrlich über die Zusammenarbeit. Wenn eine Seite (oder beide) sagen: das ist nicht das Richtige, endet das Mandat mit sauberer Übergabe. Ohne Kündigungsfrist, ohne Ausstiegs-Debatte, ohne Anwalt.

Wenn beide Seiten weitermachen wollen, geht es weiter, bis zum nächsten Prüfquartal. So bleibt das Mandat immer im aktiven Modus. Es gibt keinen Punkt, an dem einer der beiden Partner nur noch aus Vertragspflicht mitmacht.

Was uns das kostet

Manche Kunden lehnen dieses Modell ab. Sie wollen die Sicherheit eines Jahresvertrags, die kalkulatorische Planung, die klare Bindung. Das ist ein legitimer Wunsch, und wir verlieren manchmal Mandate deswegen. Bisher (Stand 2026) sind zwei Mandate deshalb nicht zustande gekommen.

Was wir gewinnen: Kunden, die im dritten Monat merken, dass sie einen Fehler gemacht haben, kommen sauber raus. Sie sind später oft wieder Kunden, weil sie den fairen Ausstieg in Erinnerung haben. Und wir vermeiden Mandate, die neun Monate lang eine graue Zone sind.

Wie das Prüfquartal konkret aussieht

Zwei Stunden, meist bei uns im Büro in Zürich oder per Video. Vorbereitung: wir bereiten die harten Zahlen vor (Traffic, Leads, Umsatz, Attribution), der Kunde bereitet seine subjektive Einschätzung vor (was hat sich verändert, was fehlt noch, wo ist die Motivation). Dann sprechen wir strukturiert durch: was hat funktioniert, was nicht, was ist realistisch für die nächsten drei Monate. Am Ende: weitermachen mit klaren Zielen oder saubere Übergabe.

Der Kunde weiss vorher, dass diese Frage kommt. Das ändert die Zusammenarbeit in den ersten drei Monaten: beide Seiten wissen, dass es einen echten Prüfpunkt gibt. Das schärft den Fokus.

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